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Vorbereitung des Schulanfanges
Der erste Kontakt mit Schule von Eltern startet mit der Beratung der Eltern Vierjähriger als gemeinsame Informationsveranstaltung der Stadt Olfen, aller Kindergärten und der Wieschhofschule.
Jedes Jahr im Frühjahr werden die Erziehungsberechtigten der Vierjährigen in Olfen zu einer Informationsveranstaltung in die Schule eingeladen.
Mit Unterstützung des Referenten werden die Eltern umfangreich über differenzierte Fördermöglichkeiten informiert.
Gemeinsam mit den Leiterinnen der Kindergärten und der Schulleitung wird diese Veranstaltung vorbereitet und evaluiert.
Auch dem Schulamt wird Rückmeldung über diese Beratungsveranstaltung gegeben.
Die Einschulung
Bereits im Oktober des Jahres vor der Einschulung werden die zukünftigen Erstklässler zu einer Kennenlernstunde eingeladen. Sie gehen in kleinen Gruppen in einen Klassenraum und lernen dort auf spielerische Weise für eine Stunde die Schule kennen.
Dabei werden unter anderem die Wahrnehmungsfähigkeit, soziale Kompetenz, vorschulische, mathematische Fähigkeiten und das Sprachvermögen der Kinder beobachtet. Die Resultate dieser Stunde werden direkt im Anschluss in einem gemeinsamen Gespräch erörtert und in Form eines Beobachtungsbogens an die Eltern weitergegeben. Bei Bedarf werden die Kinder in den folgenden Wochen zu einem Test zur Sprachstandserhebung eingeladen. Auch weitere Förderempfehlungen werden den Eltern in diesem Gespräch gegeben. Für diese verschiedenen Maßnahmen bleibt dann noch Zeit bis zum Beginn des 1. Schuljahres.
Vor den Sommerferien findet ein Elternabend für die kommenden ersten Schuljahre statt. Dort lernen die Eltern den Klassenlehrer oder die Klassenlehrerin kennen und erhalten Informationen über den Ablauf des ersten Schultages und die benötigten Unterrichtsmaterialien.
Das Lernen Kinder in der Grundschule
Lesen, schreiben, rechnen! Ja, aber das ist heute zu wenig.
- Kinder, die wir heute einschulen, werden in 15 bis 20 Jahren Verantwortung
- übernehmen. Welche Anforderungen werden dann an sie gestellt in Beruf und Gesellschaft?
- Wissen überholt sich schneller. Die Zeit, in der die Hälfte unseres Wissens
- überholt ist, wird immer kürzer. Wir werden zu einer ständig lernenden Gesellschaft. Methoden, sich etwas zu erschließen, sich Neues anzueignen, sind gefragt.
- In stärkerem Maße sind Selbstständigkeit, Denken in Zusammenhängen ,
- Vernetzung von Wissen bedeutsam.
Schlüsselqualifikationen befähigen auch, neue Sachverhalte selbstständig zu erschließen. Sie beinhalten natürlich die Kulturtechniken wie lesen, schreiben, rechnen, isolieren sie aber nicht, sondern stellen sie von Anfang an in Sinnzusammenhänge.
Viele der unten aufgeführten Punkte sind keine neuen Unterrichtsinhalte, sie erschließen sich dadurch wie gelernt wird, durch die Methode, durch gemeinsames Planen und Handeln. „Schlüsselqualifikationen wie Selbstständigkeit, Urteilsfähigkeit, Bereitschaft zur Zusammenarbeit lassen sich nicht in einen Satz kurzfristig abprüfbarer Lernziele zerlegen. Ihre Entwicklung hängt davon ab, ob die Arbeitsformen im Unterricht ihre Entwicklung fordern und fördern. Unterstellt wird dabei, dass jemand, der häufig auf diese Weise arbeitet, damit auch die entsprechenden Fähigkeiten und Einstellungen erwirbt bzw. weiter entwickelt und festigt. Fähigkeiten wie >wissenschaftliches Arbeiten< oder >mathematisches Denken< werden also nicht in eine Liste von Teilzielen zerlegt, die nacheinander - sozusagen bausteinartig – über einen Lehrgang vermittelt werden. Stattdessen werden Aufgaben oder Situationen ausgewählt, in denen die Schülerinnen und Schüler diese Leistungen von Anfang an als Ganzes zu erbringen haben – aber zunächst unvollkommen, durch die ständige Praxis zunehmend differenziert und immer sicherer. Die Kriterien zielen also auf eine besondere Unterrichtskultur, in der bestimmte Verhaltensweisen gefordert, modelliert und unterstützt werden.“
Viele Verhaltensweisen können besser erreicht und wirklich gefestigt werden, wenn Eltern und Schule gemeinsam diese Ziele verfolgen, z.B. Kindern Verantwortung zu übertragen und einzufordern, dass Kinder sie selbstständig wahrnehmen.
Ihr Kind zeigt – wie jeder Mensch – Stärken und Schwächen. Sie sind in den Teilbereichen sehr unterschiedlich ausgeprägt – sie sind Teil des persönlichen Profils. Für die Entwicklung ist es aber dennoch wichtig, ein Ziel vor Augen zu haben.
Darin sollten wir Ihr Kind während der Grundschulzeit gemeinsam unterstützen:
Ich – Kompetenz
- seinen persönlichen Bereich zu organisieren
- selbstständig und weitgehend ohne fremde Hilfe zu arbeiten
- Freude daran zu haben, Aufgaben zu lösen, Bestätigung aus der erfolgreich geleisteten Arbeit zu holen und weniger auf Bestätigung von außen angewiesen zu sein
- Selbstvertrauen zu gewinnen und sich richtig einzuschätzen
- mit Misserfolg umzugehen
- sich selbst Aufgaben zu stellen, die es lösen möchte
- Aufgabenstellungen ohne überflüssiges Nachfragen zu erledigen
Sozial – Kompetenz
- Vertrauen zu anderen Menschen aufbauen
- bereit zu sein, sich Hilfe zu holen
- sich auf diese Hilfe einzulassen
- sich an Diskussionen zu beteiligen
- seinen Standpunkt (gegebenenfalls auch gegenüber Erwachsenen) zu vertreten
- seine Meinungen sachlich zu begründen
- mit anderen erfolgreich zusammenzuarbeiten (Absprachen zu treffen, auf einander zu hören, sich kritisieren und korrigieren zu lassen,
- andere zu kritisieren und zu korrigieren) = > Teamfähigkeit
- achtsam mit Menschen und der Umwelt umzugehen
Arbeitshaltung / Arbeitstugenden
- neugierig zu sein, Fragen zu stellen
- Teilnahme und Interesse an seiner Umwelt zu zeigen
- bereit zu sein, sich anzustrengen
- zielstrebig und ausdauernd zu arbeiten
- gewissenhaft und regelmäßig (u.a. Hausaufgaben) zu arbeiten
- sein persönliches Arbeitstempo (ausgewogen zwischen zügig und sorgfältig) zu finden
- selbst Fehlern nachzugehen und nicht nur die „richtige Antwort“ zu erfragen
- begonnene Arbeiten auch zu beenden
- pünktlich und zuverlässig sein (z.B. Beim Überbringen von Mitteilungen, Mitbringen von Materialien)
- Spaß an der Arbeit zu haben
Formale Fähigkeiten (Denkfähigkeit, theoretische Fähigkeiten)
- sich über längere Zeit zu konzentrieren – auch bei Aufgaben, die es eigentlich nicht interessieren
- Gelerntes auf neue Situationen zu übertragen und zu nutzen
- Zusammenhänge zu erkennen und Fakten einander zuzuordnen
- sich etwas zu merken
fachliche Kompetenz zum Beispiel:
Mathematisch - sachbezogene Aspekte
- Problemstellungen zu erkennen, eigenen Fragen nachzugehen
- selbstständig Lösungsansätze zu finden, Strukturen zu entdecken
- eigene Lösungsstrategien zu entwickeln
- Sachverhalte oder Sachaufgaben zu analysieren, zu gliedern und miteinander zu verbinden
- zu Sachverhalten entsprechende Aufgaben zu formulieren
- Vermutungen / Hypothesen ausdrücklich zu formulieren
- Gelerntes auf neue Situationen zu übertragen (Transferfähigkeit)
- Bezüge zu Alltagserfahrungen herzustellen
- Rechenschritte zu begründen, Einzelergebnisse zu anderen in Beziehung zu setzen und systematisch zu ordnen
- Tabellen und Zeichnungen zu verstehen
- Arbeitsergebnisse in Tabellen / zeichnerisch darzustellen
- die Grundrechenarten geläufig zu beherrschen
Sprachliche Aspekte
- spontan zu erzählen
- grammatisch korrekt zu sprechen / zu schreiben
- ein Sprachverständnis zu entwickeln
- Erzählungen zu gliedern, Wichtiges von Unwichtigem zu unterscheiden
- Handlungen und Erfahrungen zu versprachlichen
- Gedankengänge folgerichtig zu erzählen / aufzuschreiben
- mündlich vorzutragen
- beim Thema zu bleiben
- rechtschriftlich sicher zu schreiben (auch bei ungeübten Texten)
- seine Texte zu kontrollieren und dabei Hilfen (z.B. das Wörterbuch) zu nutzen
- gelernte Rechtschreibregeln auch bei unbekannten Texten zu nutzen
- (auch umfangreichere) Texte zu erschließen und zusammenzufassen
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